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Warum Wachstum oft schon am Beginn scheitert

"Verdoppeln Sie Ihre Kunden in nur 30 Tagen" - "Noch nie war es so einfach Kunden zu gewinnen - befolgen sie unsere Erfolgs Strategie und Sie müssen nie wieder Kalt-Akquise betreiben!" - Kennen Sie auch solche reißerischen und Appetitmachenden Schlagzeilen und Angebote? 

 

Mag sein, dass diese Strategien an sich durchaus zu deutlich mehr Wachstum führen als je zuvor - ich erlebe oft genug jedoch auch dass die damit einhergehenden Probleme ebenfalls exponentiell wachsen - weil zu früh!

 

Warum ist das so?

 

Nun, Wachstum erfordert nicht nur den Blick auf eine Wachstums Strategie, Wachstum erfordert in erster Linie ein gesundes, stabiles Fundament. 

 

Dieses Fundament bekommen Sie nicht durch eine extrem Sales Orientierte Strategie allein sondern finden es ganz woanders: in Ihrer Organisation! Es beginnt also mit dem Blick nach innen!

 

Ich vergleiche das gerne mit dem Bau eines Wohnhauses: stellen Sie sich vor Sie haben sich Ihren Traum eines eigenen Hauses realisiert - ein Experte in Bau und Statik hat Ihnen all die nötigen technischen Themen abgenommen, ein Architekt das gesamte Projekt überwacht. Sie fühlen sich wohl auch wenn draußen das Wetter einmal stürmen sollte, Ihr Haus ist Ihr Bollwerk.

 

Sie überlegen nun nach Jahren, wo sich alles eingespielt und bewährt hat,  dass es doch gut wäre zu wachsen, einige Wohnungen drauf zu bauen und sie zu vermieten, selbst mit einigem Fremdkapital stellt sich das für Sie als eine kluge Idee, eine kluge Strategie heraus.

 

Angenommen alles an Genehmigungen, rechtlichen Voraussetzungen usw. wäre kein Thema - als Unternehmer entscheiden Sie ja auch in Ihrer Eigenverantwortung - wäre es jetzt sinnvoll sofort zu bauen zu beginnen, 2, evtl. 3 Stockwerke draufzubauen, den Innenausbau zu beginnen und parallel die Vermarktungsstrategie zu starten denn immerhin gehört das investierte Geld ja rasch zurückverdient?

 

Was passiert beim nächsten Sturm? Würde das Fundament überhaupt den Zubau verkraften? Ein Fundament für ein Einfamilienhaus und die dazu passende Statik wäre keinesfalls dazu geeignet einen mehrstöckigen Zubau zu verkraften, oder?

 

Was also wäre wohl der erste, der allerste kluge Schritt wenn es um dieses Wachstum geht? Ja, wir wenden uns an einen Experten für Statik und Bauwesen, einen Architekten oder Ziviltechniker und besprechen mit ihm unser Vorhaben. Er würde uns zuallererst ein Konzept machen wie der Rahmen, das Fundament, der Zubau statisch verstärkt werden müsste um allen Sicherheitskriterien zu entsprechen BEVOR noch der erste Maurer anrückt, schließlich wollen wir an der voreiligen Expansion ja nicht unser Leben aufs Spiel setzen.

 

Also wäre folgend Vorgangsweise wohl klug:

 

Bevor wir an eine sprunghafte Expansion denken, stellen wir uns die Frage, welche Rahmenbedingungen wir zuerst schaffen müssen, damit wir nicht alles Geld beim Fenster hinausblasen und zudem noch Gefahr laufen unseren Ruf auf's Spiel zu setzen:

 

Was braucht es an neuen, anderen Systemen?

Wie sieht es mit den Abläufen aus, was gehört entstaubt, verschlankt, optimiert?

Was muß optimiert werden bevor wir expandieren?

Haben wir die richtigen / genügend Mitarbeiter?

Welches Know How, welche skills müssen aufgebaut werden?

Müssen Führungskräfte, Schlüsselpersonen entwickelt werden, die Teams wirklich erfolgreich leiten können?

Last not least: Welches Ziel will ich denn mit dieser Expansion erreichen? Welche Umsatzziele, welche Gewinnziele?

 

Diese und andere Fragen gilt es zu klären, bevor wir an eine sprunghafte Expansion denken. Denn sonst laufen wir Gefahr, neue, zusätzliche Kunden gleich wieder zu verlieren, weil wir unsere Leistungsversprechen nicht einhalten können!

 

Bedenke: Optimiere, dann expandiere. Alles andere ist eine heiße Kiste.

 

Ihr Heinz Sieghart